Uwe-Johnson-Preis

Sprecher und Mitglied

Prof. Carsten Gansel ist einer der Sprecher des Kuratoriums zur Verleihung des Uwe-Johnson-Preises und Mitglied der Jury, zudem leitet er die Jury zur Verleihung des Uwe-Johnson-Förderpreises.

 

Uwe-Johnson-Preis

Der Nordkurier verleiht gemeinsam mit der Mecklenburgischen Literaturgesellschaft e.V. den mit 12 500 Euro dotierten Uwe-Johnson-Preis. Mit dem Preis sollen deutschsprachige Autorinnen und Autoren gefördert werden, in deren Schaffen sich Bezugspunkte zu Johnsons Poetik finden und die heute mit ihrem Text ebenso unbestechlich und jenseits der "einfachen Wahrheiten" deutsche Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft reflektieren. Einreichen können Autorinnen und Autoren oder deren Verlage veröffentlichte und unveröffentlichte Arbeiten (Prosa/Essayistik).

Die Preisstifter streben durch die Preisverleihung an, das literarische Leben in Mecklenburg-Vorpommern - der Region, zu der Johnson enge Beziehungen hatte -, zu bereichern. Mit der Preisträgerin oder dem Preisträger soll deshalb über den Zeitraum eines Jahres eine Zusammenarbeit vereinbart werden.

 

Uwe Johnson

Mit der Aufhebung der deutschen Teilung erfährt ein Schriftsteller besondere Aufmerksamkeit, der über Jahrzehnte als ein "Dichter der beiden Deutschland" oder als "Autor der deutschen Teilung" etikettiert worden war: Uwe Johnson. Ein Grund ist darin zu suchen, dass es ihm in seinen Werken immer um "die Grenze: den Unterschied: die Entfernung" ging. Die Grenzerfahrung bedeutete für Uwe Johnson auch den Versuch, das Auseinanderleben und das Fremdwerden der Deutschen zu erfassen und jeweils "die andere Seite mit ihren eigenen Augen" zu sehen. Dabei ist Uwe Johnson mit Vergangenheit in einer Weise erzählerisch umgegangen, die ein Wiedererkennen ermöglicht, auch und gerade obwohl er keine "Wirklichkeitsschaufelei" betreibt. Wahrheitsfindung, Erinnerungssuche, Gedächtnis, Trauerarbeit, Zeugenschaft, Dokumentation, Spurensuche, Grenzerfahrung - das sind nur einige Stichworte, mit denen Aspekte des Johnsonschen Werkes vereinfachend umschrieben werden können. Die Spezifik von Johnsons Erzählkonzept hat eine Ursache in seinem Wissen, daß es eine - wie auch immer geartete - einfache Wahrheit nicht gibt. Aus eben diesem Wissen erklärt sich seine zurückhaltende Einladung, die im Roman angebotene "Version der Wirklichkeit zu vergleichen mit jener, die Sie unterhalten und pflegen". Es geht also nicht nur um das Tolerieren des "unterschiedlichen Blicks", sondern jener ist Grundlage moralischer und ästhetischer Existenz.

 

Nähere Informationen zum Uwe-Johnson-Preis unter der Homepage der Mecklenburgischen Literaturgesellschaft: www.mlg.de oder unter www.nordkurier.de/uwe-johnson-preis/index.php